Fotoclub Bruneck | Brunico

"Ein Foto ist ein Geheimnis über ein Geheimnis. Je mehr es uns verrät, desto weniger wissen wir…" Arbus, Diane —- Le fotografie possono raggiungere l'eternità attraverso il momento. (Henri Cartier-Bresson)

Tirol Archiv Photographie – Ausstellung: Grenzgang. Das Pustertal und der Krieg 1914–1918.


Tirol Archiv Feldjäger am Thurntaler bei Sillian, 1913 (Franz von Kahler TAP);

Die Lichtbilder-Schau – im freien Raum, rund um die Uhr „geöffnet” – steht in engem Zusammenhang mit dem Gedenken „100 Jahre Erster Weltkrieg”. Vordergründig war die „Dolomitenfront” von Mai 1915 bis Herbst 1917 Nebenschauplatz eines Nebenschauplatzes, weil lediglich Teil der gesamten Gebirgsfront und überhaupt abseits des Hauptkampfgebietes zwischen Österreich-Ungarn und Italien, dem Isonzo. Hintergründig lagen aber weite Bereiche des südlichen Bezirkes Lienz sowie des Südtiroler Pustertales direkt an der Front in Fels und Eis und waren heiß umkämpft bzw. vom extremen Stellungskrieg bestimmt. Das Hinterland wiederum, die sogenannte „Heimatfront”, hatte auf vielfache Weise engsten Kontakt mit den Bergfronten: durch das Kriegsschicksal der männlichen Familienmitglieder, die eklatante Verlagerung der streng kontrollierten bäuerlichen Arbeit auf die zuhause verbliebenen Ehefrauen, durch die italienischen Artillerieangriffe oder die Militärdiktatur vor Ort mit dem Hauptkommando des Rayons V in Bruneck. Auf die Mobilisierungen und Kriegserklärungen Ende Juli/Anfang August 1914 folgten alsbald massenhafte Verluste unter den Tiroler Landesschützen und Kaiserjägern an der Ostfront in Galizien gegen Russland; nicht wenige davon waren Puster-, Isel- oder Gadertaler. Und das Ende des Krieges kam nicht mit dem Abzug der Italiener aufgrund des Vorstoßes der k.u.k. Truppen vom Isonzo bis an den Piave-Fluss. Während die Nahrungsmittelnot stetig zunahm und die Zahl der Felddiebstähle rapide anwuchs, standen am Ende im Herbst 1918 der militärische Zusammenbruch und der Zerfall der Donaumonarchie sowie letztlich 1919/20 die tragische Abtretung Südtirols an den Kriegsgewinner Italien.

Ausstellung des Tiroler Archivs für photographische Dokumentation und Kunst in Bruneck, Sexten, Kartitsch und Sillian
 
    • 18.07.2014 – 28.09.2014 Mo-So 00:00 – 23:00 Uhr Bruneck – Leid & Tod: Hinter Schloss Bruneck und nahe dem „Waldfriedhof” widmen sich großformatige Prints dem Thema „Der leidende Mensch”.
    • 18.07.2014 – 28.09.2014 Mo-So 00:00 – 23:00 Uhr Sexten – Ortsschicksal: Die Fototafeln beim „Haus Sexten” beginnen mit der verheerenden Zerstörung von Sexten und Moos durch die italienische Artillerie 1915.
    • 18.07.2014 – 28.09.2014 Mo-So 00:00 – 23:00 Uhr Sillian – Standschützen/Mobilisierung: Im Norden und Westen des Marktgemeindeamts geht es einerseits um die örtliche Präsenz des k.u.k. Feldjäger- Bataillons Nr. 6 vor 1914 und den Kriegsausbruch.
    • 18.07.2014 – 28.09.2014 Mo-So 00:00 – 23:00 Uhr Kartitsch – Bergfront: Das lange Banner auf dem Dorfplatz nahe der Kirche bietet Schlaglichter auf den furchtbaren Krieg in Eis und Fels – vom Karnischen Kamm, über die Sextener Dolomiten bis zum Col di Lana.
Kurator: Tirol Archiv

Links: kultur.bz.it: Grenzgang. Das Pustertal und der Krieg 1914–1918. www.tiroler-photoarchiv.eu

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Information

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 15. Juli 2014 von in Ausstellungen - mostre, Events - eventi.
%d Bloggern gefällt das: